Aktuelles | 02/19/2021 | Heyne

Was wird aus den Vereinigten Staaten?

Autorenfoto Mary Trump

Psychologin, Trump-Kritikerin und Bestsellerautorin Mary L. Trump stellt in ihrem neuen Buch die Diagnose für ihr zerrüttetes Land

Das Trauma der USA, tief verwurzelt in der amerikanischen Geschichte, gärt seit Jahrzehnten unter der Oberfläche der einstigen Vorbild-Demokratie. Die korrupte und unmoralische Führung des Trump-Regimes war zugleich Symptom und Verstärker der nationalen Krise. Psychologin, Bestsellerautorin und Nichte des Ex-Präsidenten Mary L. Trump („Zu viel und nie genug: Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf“, Heyne 2020) diagnostiziert und analysiert in „Das amerikanische Trauma. Die gespaltene Nation - und wie sie Heilung finden kann“ wie sich die Situation des Landes unter der Führung ihres Onkels dramatisch verschlimmert hat. Die deutsche Ausgabe ihres Buches erscheint am 26. Juli 2021 im Heyne Verlag.

Mit dem Beginn der Trump-Präsidentschaft, wurde Amerika sukzessive zu einer Makroversion seiner bösartig dysfunktionalen Familie. Durch gezielte verbale und politische Attacken gegen verschiedene gesellschaftliche Gruppen oder die konsequente Verharmlosung der Corona-Pandemie, versetzte Trump der Gesellschaft einen vernichtenden Stoß: Gesundheits- und Wirtschaftskrise trafen auf ein zutiefst gespaltenes, geschwächtes Land. Durch das fatale Versäumnis, das Trauma als solches zu erkennen oder es gar zu behandeln, wuchs es wie ein Krebsgeschwür.

Ausbrüche von Wut und Hass, aber auch Hoffnungslosigkeit und Apathie sind die Folge. Offenkundig belastet der Stress, in einem Land zu leben, das kaum noch als das eigene wiederzuerkennen ist, alle US-Amerikaner. Psychologisch gesehen, leiden die Vereinigten Staaten an einer posttraumatischen Belastungsstörung – und ein neuer Präsident allein kann das nicht heilen. Erhebliche Anstrengungen sind erforderlich, um den Glauben der Amerikaner an den Staat und ihre Hoffnung für ihre Nation wieder aufzubauen. Mary Trumps bestechende Analyse ist der erste Schritt in diese Richtung.

Das amerikanische Trauma

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